Dr. med. Wolfgang Kühn

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Chelat-Therapie

Die EDTA-Chelat-Therapie ist ein ambulantes Heilverfahren, bei dem eine Lösung aus der synthetisch hergestellten Aminosäure Ethylen-Diamine-Tetra-Acetat (EDTA) in Kombination mit Mineralien und Vitaminen langsam intravenös verabreicht wird.

Die Infusionsdauer beträgt mehrere (mindestens drei bis fünf) Stunden am liegenden Patienten, damit die Wirkstoffkombination langsam durch die 80.000 bis 100.000 Kilometer Blutgefäße zirkulieren kann, um die Organe, Gewebe und Zellen zu erreichen und die Wirkung der Infusionslösung zu gewährleisten. Da die Abbauprodukte über die Niere ausgeschieden werden müssen, ist vorher zu prüfen, ob eine genügende Nierenfunktion gewährleistet ist. Während der Infusion soll etwa ein Liter Wasser getrunken und eine kleine Obstmahlzeit gegessen werden. Letzteres, um den Urin alkalisch zu halten und einem eventuellen Blutzuckerabfall vorzubeugen.

Das Wirkprinzip der Chelat-Therapie besteht nicht in erster Linie darin, Calcium aus den Gefäßen zu holen. Es ist kein "Rohrfrei" für die Blutgefäße, das man hinein schüttet, wartet, bis es zischt - und weg ist der Kalk. EDTA besitzt die Eigenschaft, Schwermetalle, zum Beispiel Blei, Kadmium, Quecksilber, Kupfer, sowie das häufig damit vergesellschaftete Calcium im Körper zu binden und über die Niere auszuscheiden. Die genannten Schwermetalle können als potentielle Katalysatoren für überschüssige Freie Radikale fungieren. Die Moleküle des EDTA bilden mit Metall-Ionen, angelagertem Calcium, Schaumzellen, LDL, Fibrin, Fremdeiweißen und anderen Bestandteilen der Plaques eine Ringstruktur, umschließt diese Stoffe wie mit einer Klaue - auf griechisch "CHELE" - und lässt sie nicht mehr los, bis sie über die Nieren ausgeschieden worden sind. Unter "Plaques" versteht man hier beetförmige sklerosierende Veränderungen der Arterienwände im Zusammenhang mit der Entstehung der Arteriosklerose.

Indem die metallischen Katalysatoren gebunden und ausgeschieden werden, verringert sich die Pathologie der Freien Radikale, die Arteriosklerose kann aufgehalten werden, die Elastizität der Arterien kann verbessert, die Kalziumüberladung abgebaut und dadurch die Zellfunktion wieder hergestellt werden.

Wissenschaftlich wird die EDTA-Chelat-Therapie als chemische Reaktion zwischen einem Metall-Ion und einem "complexing agent" definiert, welche aus der Bildung einer Ringstruktur besteht, die das Metall-Ion einschließt. Aus diesem Grund wird die EDTA-Chelat-Therapie seit den 30er Jahren bei Metallvergiftungen erfolgreich angewendet. Für diese Indikation besteht bereits die wissenschaftliche Anerkennung der EDTA-Chelat-Therapie.

Inzwischen können wir davon ausgehen, dass fast alle degenerativen Erkrankungen und das frühzeitige Altern durch das zerstörerische Werk der Freien Radikale verursacht wird. 1994 wies Dr. Elisabeth Birklager von der Universität Leiden (Holland) nach, dass Alzheimer, Parkinson, Diabetes, Lungenemphysem und noch weitere 34 Krankheiten neben allen Formen der Durchblutungsstörungen durch ein krankhaftes Maß an Freien Radikalen verursacht werden.

Deshalb ist es wichtig, den Körper von Schwermetallen aus der Atemluft, dem Trinkwasser und der Nahrung und aus Amalgamplomben zu befreien, bevor durch die Wirkung der Freien Radikale Krankheiten entstehen. Vorbeugen ist besser als Heilen. Das kann durch EDTA-Infusionen geschehen, in Verbindung mit einer Ernährung nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dieses Behandlungskonzept ist gleichermaßen für die Behandlung degenerativer Erkrankungen wie auch zur Prävention geeignet. Lebensgewohnheiten sollten in eine positive Richtung verändert werden: Gesunde Ernährung, nicht rauchen, mehr Bewegung, genügend Wasser trinken und Stressmanagement.

Nach dem Hagen-Poiseuill'schen Gesetz über laminare Strömungen einer Flüssigkeit durch eine Röhre lässt sich zeigen: Vergrößert man den Durchmesser der Arterie um zehn Prozent, verdoppelt sich der Blutfluss. Was bedeutet das für ein Organ? Wenn es gelingt, die lichte Weite der Gefäße geringfügig zu erhöhen, verdoppelt sich die Effizienz durch eine bessere Sauerstoffversorgung des Gewebes.

Gefäßbedingte Erkrankungen können sein: Migräne, Impotenz, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Hirnleistungsstörungen, degenerative Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen, Rheuma, Morbus Parkinson, arterielle Verschlusskrankheiten, Raucherbein, Bluthochdruck, Ulcus cruris, Lungenfunktionsstörungen, alle degenerativen Augenerkrankungen wie zum Beispiel die Maculadegeneration sowie die Palette der diabetischen Gefäßerkrankungen.

Ärzte mit ausreichender Erfahrung im Umgang mit der Chelat-Therapie beobachten immer wieder eine erstaunliche Besserung der Gesundheit ihrer Patienten. Angina-pectoris-Anfälle werden vermieden, so dass Patienten, die nach geringfügiger Belastung bereits an stechenden Brustschmerzen litten, durchaus in der Lage sind, nach der Chelat-Behandlung zu einem normalen Arbeitsleben zurückzukehren. Sehr viel eindrucksvoller, aber ebenso regelmäßig wird beobachtet, dass Unterschenkelgeschwüre und diabetische Gangrän an den Füßen in wenigen Wochen abheilen. Auch wenn evtl. bereits abgestorbenes Gewebe chirurgisch entfernt werden muss, sind heilende Ulcera in Folge der Chelat-Therapie als Erfolg zu sehen.

Die etwa 1.000 amerikanischen Chelat-Ärzte haben in ihren Unterlagen zahlreiche Belege, dass es durchaus möglich ist, auch fortgeschrittene Fälle der arteriellen und coronaren Verschlusserkrankung deutlich zu bessern - eine Beobachtung, die von europäischen Ärzten bestätigt wird. Diese Ärzte werden häufig von Patienten aufgesucht, die sich wegen ihrer arteriellen Verschlusserkrankung und den sich daraus ergebenden Folgen in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden. Trotzdem hat sich ihr Zustand nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit augenfällig positiv geändert.

Voruntersuchungen

Vor einer Chelat-Therapie muss ein kompletter Krankheitsstatus vorliegen. Dazu gehört ein detaillierter Diätplan, Kopien aller Arzt- und Krankenhausberichte sowie eine gründliche Untersuchung. Es sollte auch festgehalten werden, welche Medikamente wie lange und in welcher Dosierung eingenommen wurden und ob eine Allergie vorliegt. Selbstverständlich gehört zur Untersuchung ein ausgedehnter Laborstatus von Blut und Urin, um festzustellen, inwieweit sich der Gesundheitszustand während der Chelat-Therapie verändert. Darüber hinaus muss man ein Belastungs-EKG und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes durchführen lassen.

Zur Feststellung des Grades der arteriellen Verschlusskrankheit vor der Therapie sind unblutige Messungen an den Gefäßen erforderlich. Nachfolgeuntersuchungen und begleitende Tests werden in regelmäßigen Intervallen vor oder nach der Behandlung durchgeführt.

Risiken, Nebeneffekte, Kontraindikationen

Die EDTA-Infusion ist ungiftig und risikoarm. Das Risiko gefährlicher Zwischenfälle liegt im Verhältnis von 1 : 10.000, vorausgesetzt, dass die Behandlung sachgemäß durch einen Arzt durchgeführt wird.

Folgende mögliche Nebenwirkungen werden angegeben:

  • Frösteln, auch noch 6 bis 8 Stunden nach der Infusion,
  • geringfügige Herzschmerzen,
  • Brennschmerz an der Infusionsstelle und fortgeleitet im Arm,
  • Schwindel,
  • Gliederschmerzen,
  • Rückenschmerzen,
  • Durst,
  • Gewichtsabnahme,
  • Müdigkeit,
  • Bläschen an der Oberlippe und Nasolabialfalte,
  • vorübergehender Temperaturanstieg,
  • Kopfdruck.

Diese Erscheinungen klingen unter der Therapie wieder ab, ohne dass eine Unterbrechung erforderlich gewesen wäre. Die Patienten können nach der Behandlung wieder selbst nach Hause fahren.

Falls EDTA zu schnell oder in zu hohen Dosen verabreicht wird, können, wie bei jeder anderen Überdosis von Medikamenten, gefährliche Nebenwirkungen auftreten.

Hierzu zählt ganz besonders ein akutes Nierenversagen bei der Behandlung einer Bleivergiftung mit EDTA. Nicht, weil EDTA die Nieren angreifen wurde, sondern weil es in diesem Fall durch die hohe Bindungskapazität an Blei zu einer "Crashniere" mit akutem Nierenversagen kommen kann, wenn also "das Sieb verstopft ist". Diese Zwischenfälle haben sich Anfang der 60ger Jahre in der Zeit der Dosisfindung und bei kurzen Infusionszeiten (zum Beispiel nur eine Stunde) ereignet, worauf immer noch hingewiesen wird.

Insbesondere bei vorgeschädigten Patienten sollten Nierenfunktionsprüfungen erfolgen, um einer Uberlastung der Nieren vorzubeugen. In solchen Fällen wird die Infusionsdauer länger und die Frequenz nicht so häufig sein.

Nach neueren Untersuchungen an einem größeren Patienten-Kollektiv konnte festgestellt werden, dass die Nierenfunktion nach der Therapie eine Verbesserung zeigte.

Weiterhin konnte festgestellt werden, dass es zu keinerlei Entkalkung des Knochens, des Knorpels oder der Zähne kam, sondern im Gegenteil durch intervallartige Steigerung des Parathormons zu einer deutlichen Verbesserung des Knochenstoffwechsels.

Chelat-Therapie ist nicht geeignet für Patienten mit

  1. dekompensierte Herzinsuffizienz
  2. ausgeprägte Herzrhythmusstörungen
  3. schwere Nieren- und Leberfunktionsstörungen
  4. Zustand nach Lungen-TBC
  5. ausgedehntes Aneurysma.

Durchführung

Die EDTA-Therapie verursacht im allgemeinen keine Schmerzen, und in den wenigsten Fällen treten Nebenwirkungen auf. Die Patienten sitzen oder liegen, können während der Therapie lesen, fernsehen oder sich mit anderen Patienten unterhalten. Notfalls können die Patienten sogar herumlaufen, um auf die Toilette zu gehen. Sie können essen und trinken oder auch telefonieren. Sie sollten nur darauf achten, dass die lnfusionsnadel nicht herausrutscht.

Da die Behandlungsdauer drei bis fünf Stunden beträgt, sollte der Patient auch unbedingt so viel Zeit mitbringen. Es trägt nicht zum Therapieerfolg bei, wenn er abgehetzt und nervös, ständig in Zeitnot ist und die Arzthelferin zur Eile antreibt. Während der Infusion sollte ca. ein Liter nichtkohlensäurehaltiges Wasser getrunken und wegen einer möglichen Unterzuckerung auch etwas, z. B. eine Banane, gegessen werden.

Der Patient ist nach der ambulanten Behandlung ohne weiteres in der Lage, wieder nach Hause zu gehen.

Die Chelat-Therapie ist eine Behandlungsserie, die normalerweise aus 10 bis 30 Infusionen besteht, abhängig von dem individuellen Gesundheitszustand des Patienten. Dabei sind etwa 20 Behandlungen der Durchschnitt, um eine Verbesserung der Arteriosklerose zu erzielen. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass bei sehr schweren Fällen weit mehr Infusionen erforderlich sein können, die ein- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist geeignet, das Fortschreiten der Arteriosklerose über einen langen Zeitraum aufzuhalten, wodurch dem Organismus Gelegenheit gegeben wird, Selbstheilungskräfte freizusetzen und die Durchblutung der Organe zu erneuern. Nach und nach ermöglichen diese Infusionen eine deutliche Verbesserung zahlreicher metabolischer und physiologischer Prozesse im Körper. Auch die Regulationsmechanismen von Calcium und Cholesterin werden durch die Normalisierung der Stoffwechselvorgänge aller Zellen wieder hergestellt.

Die Chelat-Therapie ist vorteilhaft für alle Blutgefäße bis hin zur kleinsten Kapillare, also auch für solche, die für eine Operation entweder zu klein sind oder so tief im Gehirn liegen, dass sie einer Operation nicht zugänglich sind. Bei vielen Patienten sind gerade die kleinsten Gefäße stark befallen. Die EDTA-Therapie regeneriert den Patienten vom Kopf bis zu den Fußspitzen, nicht nur kurze Abschnitte einiger großer Arterien.

Prävention

Obgleich die Chelat-Therapie im allgemeinen zur Therapie ausgedehnter arterieller Durchblutungsstörungen eingesetzt wird, ist sie am effektivsten als Vorbeugungsmaßnahme. Mit einer Chelatbehandlung ist es möglich, die schweren Entwicklungen als Folge einer Arteriosklerose zu verhindern. Nur ein "Gramm" vorbeugende Chelat-Therapie ist besser als ein "Pfund" Chelat-Behandlung. Hinzu kommt, dass die Vorbeugung auf Dauer bedeutend preiswerter ist als eine Behandlung von Krankheitsfolgen.

 

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Internet: Dr. sc. pol. Strangmeier | e-mail: strangmeier@ante.de | www.ante.de | Stand: 21.04.2007