Priv.-Doz. Dr. phil. habil.

Elke M. Geenen


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Ehre in Berufen und Professionen

Seminar zur Allgemeinen Soziologie

Angaben
Seminar, 2 SWS, benoteter Schein
Zeit und Ort: Do 17:30 - 19:00, Raum WSP1-R213
Erster Termin: 19.04.2001, 17:30 - 19:00 Uhr,
Raum WSP1-R213
Voraussetzungen / Organisatorisches
Zeit und Ort: Das Seminar wird als Blockveranstaltung durchgeführt. Einführung und Themenvergabe am Do., 19. 4. von 17.30 - 19.00 Uhr, Raum 213 WSP1.
Die zwei bis drei auf die Einführungsveranstaltung folgenden Blöcke finden im laufenden Semester statt. Die Termine werden mit den Teilnehmenden in der Einführungsveranstaltung abgesprochen.
Voraussetzung für die Teilnahme: Es werden nur diejenigen zur Teilnahme am Seminar zugelassen, die während der Einführungsveranstaltung am Do., 19. 4., anwesend sind. Voraussetzung für die Erteilung eines Seminarscheins: Aktive Teilnahme an der Veranstaltung und die Bereitschaft, sich dem gewählten Thema forschend anzunähern, sollten mitgebracht werden. Zudem, wie üblich: Thesenpapier, Referat und schriftliche Ausarbeitung.
Zielgruppe: fortgeschrittene Studierende der Soziologie im Haupt- oder Nebenfach.
Inhalt
In der Veranstaltung, die als forschungsnahes Seminar konzipiert ist, gehen wir der Frage nach, welche Bedeutung der Ehre in Berufen und Professionen zukommt. Untersucht werden soll, aus welchen Vorformen sich berufliche und professionelle Ehre entwickelt hat. In welchem Umfang finden sich ständische Ehrformen noch in modernen Berufen und Professionen? Wie manifestieren sich außerberufliche und berufliche Ehrvorstellungen in heutigen Berufsordnungen? Inwiefern werden Tendenzen zur Formalisierung einer Berufordnung und zur Formulierung von Ethik-Codes erkennbar, wenn das Bemühen um Professionalisierung eines Berufes oder einer Semi-Profession deutlich wird? Wie haben sich berufliche oder professionelle Ehrenkodizes gewandelt? Wodurch wurden sie gegebenenfalls ersetzt? Diesen Fragen kann z. B. anhand der Einführung und des Wandels von arbeitsrechtlicher Vorschriften, Zunft- und Berufsordnungen nachgegangen werden. Nicht zuletzt sei die sogenannte Ganovenehre erwähnt. Es kann geprüft werden, welche Formen von Ehre in diesem Feld möglicherweise Geltung beanspruchen können. Verschiedene berufliche und professionelle Felder können daraufhin untersucht werden, wie und wann die Frage der Ehre im öffentlichen Diskurs thematisiert wird. Hier bietet sich der Beruf des Politikers an (z. B.: wie und wann wird in politischen Skandalen die Frage der Ehre thematisiert? Sind die Skandale selbst schon als Ehrendiskurse aufzufassen? Welches Handeln von Politikern ist etwa in Deutschland oder in den USA skandalisierbar?), aber auch die Frage eines ehrenhaften wissenschaftlichen Handelns und die Möglichkeiten und Grenzen seiner Skandalisierbarkeit sind von Relevanz.
Empfohlene Literatur
Pierre Bourdieu, Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Übersetzt von Cordula Pialoux und Bernd Schwibs, stw, Frankfurt a. M. 1979. — Ethik und Sozialwissenschaften. Streitforum für Erwägungskultur, Fünfte Diskussionseinheit, "Die Modernität der Ehre", EuS 10 (1999), Heft 3, S. 335-393. — Friedhelm Guttandin (Hg.), Soziologie der Ehre. Kurseinheit 1 + Kurseinheit 2, Fernuniversität - Gesamthochschule in Hagen, Hagen 1989. — Ludgera Vogt, Zur Logik der Ehre in der Gegenwartsgesellschaft, stw, Frankfurt a. M. 1997. — Ludgera Vogt und Arnold Zingerle (Hg.), Ehre. Archaische Momente in der Moderne, stw, Frankfurt a. M. 1994.

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